MPI für Biochemie
Das 1973 gegründete Institut ist aus der Zusammenlegung von drei in München ansässigen Instituten hervorgegangen. Mit diesem Institut am südwestlichen Stadtrand von München, in unmittelbarer Nähe des Klinikums Großhadern, des Biozentrums und Genzentrums der Ludwig-Maximilians-Universität und des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie (IZB) gelegen, hat die Max-Planck-Gesellschaft ein Zentrum der Biowissenschaften geschaffen, dessen Forschungskonzept über das Gebiet der Biochemie im engeren Sinne hinausreicht: Als übergeordnete Thematik stellt sich das Verständnis der fundamentalen zellulären Elemente dar, die die verschiedenen Funktionen biologischer Makromoleküle bestimmen.
Nukleinsäuren als Träger der genetischen Information, Proteine und Peptide als Strukturelemente der dreidimensionalen Organisation der Zelle, ihre Faltung und Funktion sind ebenso Gegenstand der Forschung wie Zellorganellen und Membranen, Viren, Archaeen, höhere Zellen und ganze Organismen. Diese dienen als Modelle zur Untersuchung der molekularen Grundlagen biologischer und pathophysiologischer Phänomene: Zell-Zell-Interaktionen, Zellteilung, Zellwachstum und -differenzierung, Genregulation, Signalübertragung durch Nerven, Photosynthese, Evolution und Krebsentstehung. Bei diesen Forschungsvorhaben ist die vielfältige methodische Expertise auf den Gebieten der Proteinchemie, Molekularbiologie und Strukturanalytik eine besondere Stärke des Instituts. Neue Methoden in der Molekularbiologie, der Gentechnologie und Elektronen- und Lichtmikroskopie haben zur Entwicklung der biomedizinisch orientierten Grundlagenforschung am Institut geführt.
Das Max-Planck-Institut für Biochemie ist mit rund 850 Mitarbeitern und wissenschaftlichen Gästen eine der größten biologisch-medizinisch ausgerichteten Forschungseinrichtung der Max-Planck-Gesellschaft. Am Institut arbeiten derzeit Wissenschaftler aus 45 verschiedenen Nationen in zehn Forschungsabteilungen und 16 selbstständigen Forschungsgruppen. Das Institut verfügt über zentrale wissenschaftliche Serviceeinrichtungen für DNA- und Proteinsequenzanalytik, DNA- und Peptidsynthese, NMR- und Massenspektrometrie. Bibliothek, EU-Office, Rechenzentrum, Tierhaus und Zentralwerkstätten ergänzen neben Geschäftsführung, Verwaltung und Kinderbetreuung den Campus-Service.