Profil
Unsere Forschung soll den Anwendungsbereich der Proteinsynthese erweitern und anschließend den genetischen Code experimentell ändern. In dem vom universellen genetischen Code vorgeschriebenen Satz von 20 kanonischen Aminosäuren fehlen viele wünschenswerte funktionelle Gruppen wie Halogene, Silylgruppen, Alkene oder Alkyne usw. Deshalb soll die Zahl der Aminosäuren als Basisbausteine in der Ribosom-vermittelten Proteinsynthese weit über die kanonischen Zwanzig hinaus ausgedehnt werden. Das ist nur möglich, wenn die Interpretation des genetischen Codes unter definierten experimentellen Bedingungen verändert (oder die Kodierungskapazität erweitert) wird. Die Folge dieser Experimente ist die Geburt des Engineering des genetischen Codes als ein neues Forschungsgebiet am Schnittpunkt von Biologie, Chemie und Physik.
Anwendungen sind unter anderem (i) Entwicklung einer Methode zur in-vivo- und in-vitro-Proteinsynthese mit erweitertem Aminosäurerepertoire; (ii) Proteinexpression mit Aminosäuremarkern für die Strukturanalyse; (iii) Proteinfaltungs- und Stabilitätsstudien mit synthetischen Aminosäuren; (iv) Expression und Produktion von therapeutischen Proteinen, Proteinen mit neuen spektralen Eigenschaften und proteinbasierten Sensoren.